Allgemeine Informationen vom 25.10.2016

1. Mindestlöhne ab dem 1. Januar 2017

Branche Brutto-Stundenlohn Ergänzungen
Gewerbe 8,84 EUR
Landwirtschaft 8,60 EUR
Baugewerbe 11,30 EUR
Maler 10,10 EUR bis 30.04.2017
Dachdecker 12,25 EUR

2. Unser Servicebereich / neue Personalfragebögen

Unsere Erfahrung im Zusammenhang mit den alltäglichen Mandantenanforderungen sowie den Anforderungen aus Prüfungshandlungen möchten wir uns nun zu Nutze machen, um unsere Serviceleistungen für Sie zu erweitern. Mit Abschluss der Testphase haben Sie ab sofort die Möglichkeit, die Informationen des neuen Servicebereiches auf unserer Firmenhomepage unter „www.az-lohnservice.de“ abrufen zu können. Dieser Servicebereich ist bereits seit knapp einem Jahr testweise im Einsatz und hat sich entsprechend durch den Einsatz in der Praxis bewährt. Über den Link „Service“ (rechts oben) gelangen Sie u. a. zu wichtigen Formularen, Dokumenten und Informationen wie z. B. auch zu den neuen, optimierten Personalfragebögen. Aktuell sind bereits die wesentlichen Personalfragebögengeringfügige Beschäftige“ sowie „sozialversicherungspflichtige Beschäftigte“ eingestellt.

Wir möchten anlässlich dieser Neuerung Sie nun bitten, im Falle von zukünftigen Neueinstellungen ausschließlich diese Fragebögen zu verwenden. Achten Sie bitte dabei auf ein vollständiges Ausfüllen und die Unterzeichnung durch die Beteiligten. Ein ordnungsgemäßer Fragebogen kann bei Prüfungshandlungen viel Geld einsparen — nehmen Sie sich bitte daher die benötigte Zeit!

Als Anlage zu diesem Schreiben sind zwei Personalfragebögen als Musterexemplare für Sie beigefügt. Für Rückfragen hierzu stehen wir Ihnen gern zur Verfügung.

Ihr AZ-Lohnservice Team

– Alle Angaben ohne Gewähr –

Abhängigkeit des Nettostundenlohns von den Monatsarbeitsstunden

Vorsatz:

  • Gesetzlicher Mindestlohn i. H. v. 8,84 EUR (ab 01.01.2017) wird gezahlt.

Prämissen:

  • Steuerklasse (Stkl ) 1, individuelle Besteuerung
  • mit Konfession (rk) / ohne Konfession
  • 30 Steuertage (= „vollständiger Monat“)

Tabelle:

Arbeitsstunden im Monat Nettostundenlohn – Stkl 1 – ohne Konfession Nettostundenlohn – Stkl 1 – mit Konfession (rk) Anmerkungen
130 h 6,88 € 6,86 €  
140 h 6,80 € 6,77 €  
150 h 6,72 € 6,69 €  
160 h 6,62 € 6,58 €  
170 h 6,53 € 6,48 €  
173,33 h 6,49 € 6,44 € 40-Stunden-Woche
180 h 6,42 € 6,37 €  
190 h 6,32 € 6,27 €  
200 h 6,26 € 6,20 €  
207,84 h 6,23 € 6,15 € 48-Stunden-Woche

– Alle Angaben ohne Gewähr –

Quelle: AZ-Lohnservice & Bürologistik GmbH 

Gesetzlicher Mindestlohn ab 2017

  Ab 01.01.2017
Gesetzlicher Mindestlohn 8,84 €

Der Mindestlohn steigt ab 2017 auf 8,84 Euro.

Mindestens 9,00 Euro oder höchstens 8,77 Euro: Das waren Forderungen zur Höhe des Mindestlohns. Nun hat die Mindestlohnkommission die Lohnuntergrenze ab 2017auf 8,84 Euro festgesetzt. Die Hoffnung der Gewerkschaften erfüllt dies nicht, es ist aber mehr als der im Mindestlohngesetz vorgesehene Regelfall.

Dass der Mindestlohn ab 2017 höher sein wird als in den ersten beiden Jahren seit Einführung, das war klar. Auf wie viel Euro die Lohnuntergrenze jedoch ansteigt, war bis zuletzt umstritten. Nun bekommen Arbeitnehmer in Deutschland künftig einen spürbar höheren gesetzlichen Mindestlohn. Dieser steigt Anfang 2017 von derzeit 8,50 Euro auf 8,84 Euro pro Stunde. Mindestlohn orientiert sich am durchschnittlichen tariflichen Stundenlohn

Die Kommission orientierte sich im Kern am Tarifindex, der Steigerung des durchschnittlichen tariflichen Stundenlohns. Die Abschlüsse, die in den eineinhalb Jahren seit Anfang 2015 wirksam wurden, machen ein Plus von 3,2 Prozent aus, womit der Mindestlohn auf exakt 8,77 Euro gestiegen wäre. Das Gremium hatte aber auch eigenen Entscheidungsspielraum. Es gab zudem Vorgaben des Gesetzgebers, die bei einer Erhöhung berücksichtigt werden sollen – etwa dass die Beschäftigung nicht bedroht wird. 

Die Kommission nahm nun auch den jüngsten Tarifabschluss für den öffentlichen Dienst mit als Basis, der noch nicht durch Auszahlung wirksam geworden ist. Die Gewerkschaften scheiterten aber mit der Forderung, ebenso den jüngsten Tarifabschluss für die Metall- und Elektrobranche zu berücksichtigen. Dann hätte der künftige Mindestlohn bei 8,87 Euro gelegen.

– Alle Angaben ohne Gewähr –

Quelle: Haufe

Mindestlohn in der Landwirtschaft

Kost und Logis für Saisonarbeitskräfte

Für Saisonarbeiter wird die Anrechnung von Kost und Logis nach § 107 Abs. 2 Gewerbeordnung (GewO) auf den gesetzlichen Mindestlohn zugelassen.

Hinweis:
Soweit Arbeitgeber jedoch zur Zahlung eines Mindestentgelts auf Grundlage des Arbeitnehmer-Entsendegesetzes (AEntG), wie zum Beispiel in der Land- und Forstwirtschaft sowie des Gartenbaus, oder auf Grundlage des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) verpflichtet sind, ist eine Sachleistungsanrechnung nicht zulässig.

Definition:
Saisonarbeitnehmer sind Arbeitnehmer, die befristet bei einem in Deutschland ansässigen Arbeitgeber angestellt sind und Tätigkeiten ausüben, die aufgrund eines immer wiederkehrenden saisonbedingten Ereignisses oder einer immer wiederkehrenden Abfolge saisonbedingter Ereignisse an eine Jahreszeit gebunden sind, während der der Bedarf an Arbeitskräften den für gewöhnlich durchgeführte Tätigkeiten erforderlichen Bedarf in erheblichem Maße übersteigt.

Dies sind insbesondere Beschäftigte in der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau insbesondere Erntehelfer in Sonderkulturbetrieben wie Obst-, Gemüse- und Weinanbau im Tourismus, insb. in Gaststätten und Hotels (z.B. Kellner, Küchenpersonal und Zimmermädchen) und in Betrieben oder Teilen von Betrieben, die ihrer Natur nach nicht ganzjährig geöffnet sind (z.B. Biergärten, Skihütten) oder die während bestimmter befristeter Zeiträume Arbeitsspitzen und erhöhten Arbeitskräftebedarf abdecken müssen (z.B. Ausflugslokale) im Schaustellergewerbe (z.B. Begleitpersonal von Fahrgeschäften), die Tätigkeiten ausüben, die bei Volksfesten, Jahrmärkten und ähnlichen ihrer Natur nach nicht während des ganzen Jahres stattfindenden Veranstaltungen anfallen.

Für die Berücksichtigung von Kost und Logis soll deshalb im Hinblick auf Saisonarbeitnehmer für die Kontrolle des Mindestlohns § 107 Abs. 2 GewO herangezogen werden.

Vereinbarung:
Die Anrechnung kann nicht einseitig durch den Arbeitgeber erfolgen; sie bedarf einer entsprechenden Vereinbarung zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Da es insoweit um die Zusammensetzung des Arbeitsentgelts geht, muss der Inhalt der Vereinbarung im Arbeitsvertrag niedergelegt sein, § 2 Absatz 1 Nr. 6 Nachweisgesetz (NachwG).

Allgemeine Anforderungen:
Die Anrechnung muss dem Interesse des Arbeitnehmers oder der Eigenart des Arbeitsverhältnisses entsprechen. Davon kann in der Regel bei einem Saisonarbeitsverhältnis ausgegangen werden.

Maximalbeträge:
Die Anrechnung der Sachleistungen darf in allen Fällen die Höhe des pfändbaren Teils des Arbeitsentgelts nicht übersteigen (§ 107 Abs. 2 Satz 5 GewO, Pfändungsfreigrenze); dabei wird der für eine ledige, nicht unterhaltspflichtige Person maßgebliche Betrag zugrunde gelegt. Der pfändungsfreie Betrag für eine ledige, nicht unterhaltspflichtige Person ergibt sich aus dem Anhang zur Bekanntmachung zu den §§ 850c und 850f der Zivilprozessordnung (Pfändungsfreigrenzenbekanntmachung). Aus dem Anhang ist der oberste Wert der Spalte “Nettolohn, monatlich” zu Grunde zu legen. Dies bedeutet, dass durch die Anrechnung der Sachleistungen dem Arbeitnehmer zumindest der dort genannte Nettobetrag verbleiben muss. Auch in den Fällen, in denen das Arbeitsverhältnis im laufenden Monat beginnt oder endet, ist – sofern arbeitsvertraglich keine von der monatlichen Zahlweise abweichende Zahlweise vereinbart ist – der oberste Wert der Spalte “Nettolohn, monatlich” zu Grunde zu legen.

Hinsichtlich einzelner Leistungen gelten neben dieser Grenze zusätzlich folgende Höchstgrenzen:

Die Anrechnung vom Arbeitgeber gewährter Verpflegungsleistungen darf den Betrag von monatlich 229 Euro nicht überschreiten. Dieser Wert setzt sich zusammen aus dem Wert für

  •  Frühstück 49 Euro,
  •  Mittagessen 90 Euro und
  •  Abendessen 90 Euro

Die Anrechnung einer als Sachbezug zur Verfügung gestellten Unterkunft ist – bis zur Höhe von monatlich 223 Euro – zulässig. Der Wert der Unterkunft vermindert sich bei Aufnahme des Beschäftigten in den Haushalt des Arbeitgebers oder bei Unterbringung in einer Gemeinschaftsunterkunft um 15 Prozent, für Jugendliche bis zur Vollendung des 18. Lebensjahres um 15 Prozent und bei der Belegung mit zwei Beschäftigten um 40 Prozent, mit drei Beschäftigten um 50 Prozent und mit mehr als drei Beschäftigten um 60 Prozent.

Qualität der Sachleistung:
Die vom Arbeitgeber gewährte Sachleistung muss von “mittlerer Art und Güte” sein; d.h. Unterkunft und Verpflegung dürfen qualitativ nicht zu beanstanden sein. Als Maßstab für die Bewertung können die Richtlinien für die Unterkünfte ausländischer Arbeitnehmer in der Bundesrepublik Deutschland vom 29. März 1971 herangezogen werden.

Entsendefälle:
Die Anrechnung von Kost und Logis ist bei entsandten Arbeitnehmern ausgeschlossen. Aus Artikel 3 Absatz 7 Unterabsatz 2 der Entsenderichtlinie (Richtlinie 96/71/EG, Amtsblatt Nr. L 018 vom 21.01.1997) folgt, dass der Arbeitgeber die Unterbringungs- und Verpflegungskosten zu tragen hat, wenn er Arbeitnehmer zur Erbringung von Dienst- oder Werkleistungen aus dem Herkunftsstaat in ein anderes Land entsendet.

Quelle: http://www.zoll-online.de

Mindestlohn in der Landwirtschaft ab 2015

Die Anpassungszeit zu nutzen, die das Mindestlohngesetz bis Ende 2017 erlaubt, das war auch das Anliegen der Tarifparteien der Land- und Forstwirtschaft sowie im Gartenbau. Daher haben sie – ab Januar 2015 – einen tariflichen Mindestlohn von 7,40 Euro im Westen und 7,20 Euro im Osten für die rund 750.000 Beschäftigten der Branche beschlossen.

Zuletzt hatten die Parteien, die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG Bau), der Gesamtverband der Land- und Forstwirtschaftlichen Arbeitgeberverbände (GLFA) sowie die Arbeitsgemeinschaft der gärtnerischen Arbeitgeberverbände (AGA), den Tarifvertrag auch endgültig angenommen.

Mindestlohn steigt stufenweise von 7,20 Euro bis 9,10 Euro

Darin haben sie festgelegt, dass auch hier die Lohnuntergrenze für die rund 750.000 Beschäftigten der Branche stufenweise ansteigt: auf 8,00 Euro im Westen und 7,90 Euro in Ostdeutschland zum Jahresbeginn 2016, bundeseinheitlich 8,60 Euro Anfang 2017 und auf 9,10 Euro ab 1. November 2017. Direkt betreffen dürften die Vereinbarung des Mindestlohns nicht die festangestellten Beschäftigten, sondern vor allem rund 300.000 Saisonarbeitskräfte. Nach Angaben der Gewerkschaft sieht der Tarifvertrag zudem vor, die im Mindestlohngesetz vorgesehenen Ausnahmen nicht anzuwenden. Insbesondere sollen ehemals Langzeitarbeitslose ab der ersten Stunde den tariflichen Mindestlohn erhalten. Auch Jugendliche unter 18 Jahren können die Lohnuntergrenze beanspruchen, wenn sie nicht gleichzeitig Schüler sind.

Übersicht: Mindestlohn in der Landwirtschaft ab 2015

  ab 01.01.2015 ab 01.01.2016 ab 01.01.2017 ab 01.11.2017
Mindestlohn in der Landwirtschaft (West) 7,40 € 8,00 € 8,60 € 9,10 €
Mindestlohn in der Landwirtschaft (Ost) 7,20 € 7,90 € 8,60 € 9,10 €

– Alle Angaben ohne Gewähr –